Daytrading für Anfänger – eine Schritt für Schritt Anleitung

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Kurzfristige Gewinne, riskante Spekulationen. So oder ähnlich denken viele Anleger über das Daytrading. „Hin und her macht Taschen leer“ ist eine weitere Börsenweisheit. Doch es gibt einige Händler, die mit dieser Tätigkeit ihren Lebensunterhalt bestreiten. Was steckt wirklich hinter diesem Handelsstil?

Basiswissen zum Daytrading

Das Daytrading bezeichnet den schnellen Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Manchmal vergehen wenige Sekunden, bis die Transaktion abgeschlossen ist.

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Beispiel: Der Händler spekuliert um 15:40 Uhr auf einen steigenden DAX. Das ist der Deutsche Aktienindex mit den 30 größten Unternehmen des Landes. Um 15:42 Uhr verkauft er sein Wertpapier mit einem kleinen Gewinn. Es sind nur 2 Minuten zwischen den beiden Aufträgen vergangen.

Mögliche Handelsstile werde ich Ihnen im Laufe des Artikels erklären. Also keine Bange, wenn Sie keine Kenntnisse zum DAX oder sonstigen Finanzprodukten haben. Wichtig ist nur, den Grundgedanken vom Daytrading zu verstehen: Langfristige Anlageregeln spielen keine Rolle.

Das wäre etwa die Burggraben-Strategie von Warren Buffett. Er kauft Unternehmen, die über einen „Burggraben“ verfügen. Andere Firmen können kaum (oder nur mit enormen Geldmitteln) in das Geschäftsfeld der Firma eindringen.

Ein berühmtes Beispiel ist Coca-Cola. Jeder auf der Welt kennt diesen Namen. Wenn ich an eine Brause denke, fällt mir zuerst das US-Produkt ein. Die Bekanntheit der Marke stellt den Burggraben dar.

Beim Daytrading zählen andere Faktoren. Der langfristige Ausblick ist absolut irrelevant. Hier kommt es auf kurzfristige Schwankungen an.

Nun wissen Sie, was dieser Begriff bedeutet. Ich habe Ihnen eine Anleitung entworfen, die einen Fahrplan für Anfänger darstellt. Doch auch Fortgeschrittene können Ihre Kenntnisse vertiefen.

1. Mentale Schulung

„4.600 Euro in 20 Minuten verdienen.“ Ich muss zugeben, das klingt verlockend. Leider hat das mit der Realität nichts zu tun. Viele sehen Daytrading als wilde Zockerei an. In der Praxis ist es eine trockene Arbeit ohne Wild-West-Mentalität. Doch Werbeanzeigen wie diese vermitteln ein falsches Bild.

Die Broker versuchen mit dem Traum vom schnellen Geld neue Kunden zu gewinnen. Meist sind es Anbieter für binäre Optionen, mit denen kaum ein seriöser Trader handelt. Bei diesem Finanzprodukt fahren Sie hohe Gewinne ein oder verlieren die komplette Summe.

Eine solche Wette könnte darin bestehen, in den nächsten 5 Minuten auf einen steigenden DAX-Kurs zu setzen. Notiert der Index nur wenige Punkte höher, haben Sie aus 100 Euro ungefähr 170 Euro gemacht. Nur die richtige Richtung entscheidet über Gewinn oder Totalverlust.

Von diesen Anbietern sollten Sie die Hände lassen:

  • 24option
  • Anyoption
  • BDSwiss
  • IQ Option

Diese Broker werben sehr aggressiv um neue Kunden. Sie erwecken den Erschein, dass Sie im Handumdrehen ein Vermögen gewinnen könnten. Seriöse Daytrader nutzen andere Finanzprodukte. Binäre Optionen sind ein Instrument für Zocker.

Sie spiegeln nicht die genaue Entwicklung in Punkten wider. Außerdem fördert dieses Produkt eine gewisse Zockermentalität. Wer gerade seinen kompletten Einsatz verloren hat, fühlt sich motiviert, den Verlust mit einer weiteren Wette auszugleichen. Das Ergebnis können Sie sich denken:

Oftmals führt das zum Totalverlust des Kontos.

Grundregel: Daytrading hat nichts mit Zocken zu tun. Jeder Kauf und Verkauf folgt einer klaren Strategie. Keine Handlung bleibt dem Zufall überlassen.

Das hat wenig mit dem Bild des Traders am Traumstrand zu tun. Fallen Sie nicht auf simples Marketing der binären Broker herein. Professionelle Trader handeln mit CFDs, Futures oder Optionsscheinen. Ich werde im Laufe des Artikels auf die Finanzprodukte eingehen.

Vielleicht sind Sie über meine Ausführungen überrascht. Bisher wissen Sie noch nicht, was Sie kaufen sollen. Das hat einen guten Grund: Die meisten Trader scheitern an ihrer Psyche.

Sie haben die falsche Mentalität, um langfristig Erfolge zu feiern. Bevor Sie mit Daytrading beginnen, müssen Sie den „Zockergedanken“ ablegen. Kurzfristige Spekulationen sind eine normale Form der Geldanlage. Um diese Disziplin zu meistern, sind Ausdauer, Geduld und Nervenstärke erforderlich.

2. Eine gute Strategie entwerfen

Nun sind Sie psychisch gewappnet. Das ist die wichtigste Voraussetzung für den Erfolg. Und das, obwohl Sie eventuell noch kein Trading-Wissen haben. Fangen wir mit den Grundlagen an!

Es gibt zwei Schulen an der Börse:
– Technische Signale
– Fundamentale Kriterien

Bei langfristigen Geldanlagen ist die Fundamentalanalyse entscheidend. Es kann zwar nach Charttechnik gehandelt werden, aber die meisten Anleger vertrauen fundamentalen Merkmalen.

Die Fundamentalanalyse beruht auf harten Kennziffern wie dem Gewinn, den Schulden oder dem Umsatz. Sie lassen sich aus der jährlichen Bilanz ablesen.

Bei der Charttechnik sehen Sie sich den Kursverlauf der vergangenen Monate an. Daraus versuchen Sie die künftige Entwicklung des Wertes abzuleiten. Wie Sie das machen, ist ganz allein Ihre Entscheidung. Sie können Linien einzeichnen und Indikatoren einfügen.

Manche Trader sehen sich den nackten Chart an und treffen daraus eine Prognose.

Basiswissen: Daytrading folgt keinen festen Regeln. Als Händler müssen Sie Ihre eigene Strategie entwerfen. Definieren Sie einen klaren Ein- und Ausstieg.

Der Kopf sollte möglichst wenig denken. Es muss zu jedem Zeitpunkt eine feste Handelsanweisung geben. „Ich kaufe, wenn der SMA 200 (das ist eine Linie) im 5 Minuten Chart nach unten durchbrochen wird. Das heißt, die SMA Linie verläuft unter der Kurslinie.

Der Verkauf erfolgt, sobald der SMA wieder positiv verläuft.“ Ich weiß, dass das kompliziert klingt. Praktisch ist es relativ simpel. Am besten melden Sie sich bei einem gratis Charttechnik-Programm wie Guidants an. So können Sie selber ein wenig am Chart herumspielen. Unter Tradern werden manche Indikatoren besonders gerne genutzt.

Beliebte Indikatoren:

  • Gleitende Durchschnitte (SMA 200)
  • MACD
  • Momentum
  • Stochastik
  • RSI (Relative Stärke Index)

Die Indikatoren bestehen aus Linien. Sie werden mathematisch berechnet. Für den Trader ist die Rechnung irrelevant. Der Blick auf die Linien ist entscheidend. Es wird interessiert, sobald sie einen Extrempunkt erreichen. Diese Punkte erkennen Sie daran, dass sie besonders hoch oder tief verlaufen.

Wählen Sie als Handelsprodukt den DAX im 5-Minuten-Chart aus. Im Fernsehen wird der Kurs als Linie dargestellt. Profis handeln mit Kerzen.

So können Sie den Kursverlauf besser nachvollziehen. Eine Kerze entspricht dem, was in 5 Minuten passiert ist. Fügen Sie den SMA 200 in das Chartprogramm ein. Sehen Sie sich den Kerzenchart mit diesem Indikator an: Was sind Ihre Beobachtungen? Der Kurs prallt manchmal genau oder knapp am SMA 200 ab. Wenn er durchrauscht, sind oft hohe Gewinne möglich. Professionelle Daytrader suchen nach solchen Merkmalen und erstellen daraus eine effektive Strategie.

Die Wahl der Indikatoren bleibt dem eigenen Geschmack überlassen. Ich empfehle Ihnen, ein wenig herumzuspielen. Manche Trader verzichten auf Indikatoren. Sie arbeiten mit Unterstützungen und Widerständen. Das sind die Tief- oder Hochpunkte, bei denen der Kurs in die andere Richtung gedreht hat. Der Charttechniker geht davon aus, dass es bei diesen Marken zu lukrativen Sprüngen kommt.

Mehr Magie steckt nicht hinter der technischen Analyse. Es ist völlig normal, wenn Ihr Kopf ein wenig raucht. Vor allem Neulinge brauchen einige Tage, um diese Infos zu verarbeiten. Doch sie helfen Ihnen auch bei langfristigen Aktien-Investments weiter. So ist die SMA 200 eine wichtige Linie für Investoren. Es wird im 1-Tages-Chart gearbeitet. Durchbricht eine Kerze die SMA 200 nach oben, gilt das als positives Signal, was für weitere Kursschübe sorgen könnte.

Zusammenfassung:

  • Daytrader arbeiten mit Charttechnik
  • Nur bei einem konkreten Signal wird gehandelt
  • Probieren Sie Indikatoren wie den SMA 200 aus
  • Eine Strategie besteht aus einem Ein- und Ausstieg
  • Es darf keine offenen Fragen geben
  • Technische Indikatoren sind bei langfristigen Investments hilfreich

3. Laufende Kosten optimieren

Anfänger fangen beim Daytrading häufig mit Optionsscheinen an. Dabei entstehen doppelte Kosten: Der Anleger muss wie beim Aktienkauf eine Ordergebühr bezahlen.

Außerdem ergeben sich weitere Ausgaben für den Spread. Das ist die Differenz zwischen Kauf- und Verkaufskurs. Bei DAX-Optionsscheinen liegt der Spread meist bei 1-3 Cent pro Wertpapier.

Problem: Die Ordergebühren verursachen unnötige Kosten. Je nach Bank können das 15 Euro für eine Transaktion von 1.000 Euro sein. Ein CFD-Broker ist die optimale Lösung, da normalerweise nur der Spread zu entrichten ist. Hier würden Sie bei 10 Trades am Tag 150 Euro sparen.

Hinter dem Kürzel CFD verbergen sich die Differenzkontrakte. Es kann auf steigende oder fallende Kurse spekuliert werden, was ein Vorteil zu normalen Aktien ist.

Die Wertentwicklung orientiert sich am Basiswert, also dem ursprünglichen Finanzprodukt. In der Regel handeln Profis mit Aktien, Indizes, Rohstoffen oder Währungen. Mit CFDs können größere Summen an Geld bewegt werden. Beim Kauf ist eine Sicherheitsleistung (Margin) fällig. Sie liegt bei circa 10 Prozent des Kaufpreises. Wer für 3.000 Euro Aktien-CFDs auf Facebook kauft, muss 300 Euro auf dem Konto haben.

4. Risk- und Moneymanagement

Aus der Margin ergibt sich ein finanzielles Risiko. Der Anleger kann mehr Geld bewegen, als er eigentlich besitzt, da er nur 10 Prozent hinterlegt.

Beispiel: Ein Anleger hat 3.000 Euro auf seinem Konto. Er könnte 3.000 Euro in Aktien investieren. Mit CFDs sind bis zu 30.000 Euro (10 Prozent Margin mal 10) möglich. Fällt die Aktie um 10 Prozent, wären die Aktien-CFDs komplett wertlos. Warum ist das so?

10 Prozent von 30.000 Euro sind 3.000 Euro. Da der Kontostand bei 3.000 Euro liegt, stände das Depot nun bei Null.

Viele Neulinge kaufen viel zu große Positionen. Das hat nichts mit seriösem Daytrading zu tun. Mit etwas Pech ist das komplette Geld nach wenigen Tagen weg.

Es entwickelt sich ein Teufelskreis, bei dem Sie immer größere Summen einzahlen. Irgendwann stellen Sie fest, dass Sie kein Geld mehr haben. Die Lösung: Es muss ein sinnvolles Moneymanagement her!

Handeln wie die Profis

Grundlage: Pro Trade sollten Sie höchstens 1-3 Prozent des Kontos riskieren. Schränken Sie das Risiko durch ein Stop-Loss-Limit ein. Die Bank verkauft eine Position automatisch, sobald ein bestimmter Kurs erreicht wird. Bei einem Kontostand von 5.000 Euro sind maximal 150 Euro Verlust möglich.

Einige Profi-Händler haben eine weitere Regel. Bei drei Verlusten in Folge beenden sie den Handelstag. So schützen sie sich vor mentalen Risiken. Wer mehrmals verliert, möchte das Geld wieder gewinnen. Es werden unnötige Trades eingegangen, um die Verluste schnell auszugleichen.

Am Ende folgen noch höhere Minustrades, was dem Konto zu schaffen macht. Bevor Sie mit dem Daytrading beginnen, sollten Sie sich ein gutes Riskmanagement überlegen. An der Börse sind 5-10 Verluste ohne Gewinne keine Seltenheit. Das kann sogar nach vielen positiven Trades eintreten. In der Fachsprache wird eine Negativphase als Drawdown bezeichnet. Befindet sich auf dem Konto zu wenig Kapital, droht eine flotte Pleite.

Echte Profis handeln mit Futures, die als Königsdisziplin der Börse gelten. Sie haben eine feste Laufzeit, bei der am Ende ein Barausgleich stattfindet.

Es zählt der letzte Kurswert. Bis zum Endwert sind Käufe oder Verkäufe jederzeit möglich. Ähnlich wie bei CFDs hinterlegt der Trader eine Margin. Futures werden an speziellen Terminbörsen wie der EUREX gehandelt.

Im Vergleich zu CFDs sind deutlich höhere Einsätze notwendig. Ich empfehle Einsteigern den Handel mit Differenzkontrakten, da Sie auch um wenige Cent spekulieren können. Bei Futures ist eine Kontogröße von weit über 20.000 Euro Standard. Für CFDs reichen 100 Euro aus, um erste Erfahrungen zu sammeln.

5. Im Demokonto üben

Wer komplett ohne Risiko einsteigen will, sollte mit einem Musterdepot beginnen. Der Handel wird komplett simuliert, läuft aber wie mit Echtgeld ab. So können Sie sich mit dem Daytrading vertraut machen. Eine neue Strategie lässt sich ebenfalls im Demokonto austesten.

Das Musterdepot hat einen Nachteil: Da es um nichts geht, handelt man entsprechend. Der Trader lässt eine Position laufen, die tief in den roten Zahlen steht.

Deshalb rate ich Ihnen zu einem Echtgeldkonto mit kleinen Einsätzen. Selbst bei einer Summe von 4 Euro fängt der Kopf zu grübeln an. Niemand möchte Geld verschenken. Mit diesem mentalen Trick können Sie Ihren Verstand überlisten.

6. Fehlerquellen beim Daytrading

Viele Händler scheitern, weil sie ihre Psyche überschätzen. „Was kann schon dabei sein, eine Aktie zu verkaufen?“ Fällt ein Wertpapier immer tiefer, beginnt das große Zittern. Die Strategie schließt einen Verkauf aus, doch der Trader verstößt gegen den Plan.

Einige Tage später wäre die Aktie im dunkelgrünen Bereich gewesen. Beim Daytrading wirkt sich dieser Fehler noch stärker aus. Je nach System muss die Entscheidung in wenigen Sekunden getroffen werden. Die Strategie sagt „verkaufen“, aber der Kopf denkt „warten“.

Am Ende entscheidet der Kopf diesen mentalen Kampf für sich. Dauerhaft ist das der sichere Weg zum Kontostand von 0,00 Euro.

Tradingregel: Der Kopf hat beim Daytrading nichts zu sagen. Nur die Strategie entscheidet über Ein- und Ausstiege. Alles andere spielt keine Rolle.

Die Strategie an sich kann fehlerhaft sein. Was einmal geklappt hat, muss nichts heißen. Es könnte ein Glückstreffer sein. Sehen Sie sich die letzten 100 Trades an, um eine erste Prognose zu wagen. Dafür schauen Sie sich in Ihrem Chartprogramm die letzten Monate an: Wann hätte Ihre Strategie ein Tradesignal geliefert?

Wie hoch wären die Gewinne und Verluste ausgefallen?

Profis berücksichtigen teils die vergangenen 500 Möglichkeiten.

Übertreiben Sie es nicht mit den Indikatoren. Die technischen Helfer sind praktisch, doch sie sind keine Wundermittel. Wäre es so einfach, gäbe es eine Formel für den Börsenerfolg. Als Anfänger sollten Sie es mit allem probieren und sich für Ihre Favoriten entscheiden. Manche Trader steigen nach 20 Minuten wieder aus. Andere folgen Daytrading-Strategien, bei denen sie den ganzen Tag investiert sind.

Börsentipp: Führen Sie ein Daytrading-Tagebuch. Notieren Sie sich alle Trades, die Sie machen. Schreiben Sie auf, ob Sie das Signal richtig umgesetzt haben. Entgeht Ihnen ein Trade, wird das auch vermerkt. Jede entgangene Transaktion ist ein mentaler Fehler.

Mussten Sie während dem Signal arbeiten, sollten Sie Ihre Strategie nach den Arbeitszeiten ausrichten. Einige Händler haben sich auf die späten Abendstunden nach 20:00 Uhr spezialisiert.

Fazit

Daytrading ist eine hohe Kunst, die sich nicht an einem Tag lernen lässt. Vielleicht fühlen Sie sich ein wenig überfordert, da diese Handelsform nichts mit Zocken zu tun hat. In den Medien wird der kurzfristige Handel als Glücksspiel dargestellt. Doch das ist falsch. «

Ein seriöser Daytrader folgt klaren Regeln und sucht nach wiederkehrenden Mustern. Er möchte den mathematischen Vorteil zu seinem Gunsten nutzen. Am Ende entscheidet die Disziplin über den langfristigen Erfolg.

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