Dividendenstrategie – Geheimtipp für mehr Erfolg mit Dividenden

dividendenstrategie

Aktuell lassen sich mit Zinsanlagen nur geringe Erträge erzielen. Mehr als 1,2 % sind eine Seltenheit. Schuld trägt die ultralockere Geldpolitik von EZB-Chef Mario Draghi. Für Kreditnehmer ist das gut, da sie eine Immobilie günstig finanzieren können. Sparer haben das Nachsehen. Sie müssen andere Anlageformen finden. Als Alternative bietet sich die Dividendenstrategie an. Denn wie heißt es so schön: Dividenden sind der neue Zins.

Was ist eine Dividende?

Ich investiere in ein Unternehmen, weil ich mir Gewinne verspreche. Dafür stelle ich der Firma mein Kapital zur Verfügung. Laufen die Geschäfte gut, werde ich mit einer Dividende belohnt. Das ist ein bestimmter Betrag, der pro Aktie ausgeschüttet wird. Es können 0,7 % oder 8,3 % sein. Wie hoch diese Summe ausfällt, wird auf der Hauptversammlung beschlossen. Das ist ein Treffen aller Aktionäre. Gesetzliche Vorgaben sind kaum vorhanden. Die Dividende kann sogar komplett ausfallen.

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Einige Firmen wie Daimler schütten einmal pro Jahr aus. Royal Dutch Shell bietet seinen Anlegern eine Quartalsdividende. So wie übrigens auch die meisten nordamerikanischen Dividendenpapiere. Im Unterschied zu Ländern wie Deutschland setzen in Ländern wie den USA viele Menschen auf Dividendenwerte als Altersvorsorge. Daher schütten die meisten USA Dividendenwerte vierteljährlich aus. Es sind auch monatliche Zahlungen möglich. Die Höhe kann von Jahr zu Jahr variieren. Es kommt ganz auf die wirtschaftliche Entwicklung an. Manche Firmen zahlen auch in schlechten Zeiten. So möchten sie ihre Anleger von sich überzeugen. „Seht her, wir sind eine seriöse Kapitalanlage!“, lautet die Botschaft. Das ist eine wichtige Grundbasis für meine Dividendenstrategie.

Die Ausschüttung findet nach der Hauptversammlung statt. Es können wenige Tage bis mehrere Monate vergehen. Der Tag nach der Dividendenauszahlung wird als „Ex-Tag“ bezeichnet. Nun haben Sie die Dividende auf Ihrem Konto und können frei über das Geld verfügen. Die Aktie eröffnet mit einem Minus in Höhe der Ausschüttung.

Beispiel:

  • Dividende von 5,0 %
  • Ex-Tag war der 20.04.2017
  • Aktie schloss am 19.04.2017 bei 34,80 Euro
  • Eröffnung am 20.04.2017 lag bei 33,06 Euro

Häufig erholt sich die Firma relativ schnell von den Kursverlusten. Deshalb sind Dividenden eine lukrative Angelegenheit. Wer sie direkt wieder reinvestiert, profitiert vom Zinseszinseffekt. Auf diesem Prinzip beruht meine Dividendenstrategie.

Die Dividendenstrategie

Viele Anleger unterschätzen die Macht der Zinseszinsen. Sie nutzen die Erträge für das alltägliche Leben. Wenn Sie beispielsweise einen Verbraucherkredit vorzeitig begleichen können, ist das mehr als sinnvoll. So können Sie Ihre Schulden senken und profitieren von einer höheren Bonität (Zahlungsfähigkeit). In allen anderen Fällen sollten Sie die Ausschüttungen direkt reinvestieren. „Was bringen mir die Dividenden, wenn ich mir nichts davon kaufen kann?“ Ich halte diesen Einwand für durchaus berechtigt. Schließlich lege ich mein Geld an, um einen finanziellen Vorteil zu erlangen. Denken Sie zwei Schritte weiter: Die angelegte Dividende wirft ja im nächsten Jahr wieder eine Dividende ab. Also bekommen Sie zusätzliche Erträge. Das ist die größte Stärke meiner Dividendenstrategie.

Als Beispiel wähle ich eine Firma mit einer jährlichen Dividende von 5,0 %. Seit über 20 Jahren wird diese Summe ununterbrochen ausgeschüttet. Die Geschäfte laufen gut und es sind keine Krisen in Sicht. Ich möchte nun Ihre Erträge mit und ohne Zinseszinsen vergleichen. Das Startkapital soll bei 10.000 Euro liegen.

Geldanlage ohne Zinseszinsen:

  • Jahr 1: 10.500 Euro
  • Jahr 5: 12.500 Euro
  • Jahr 10: 15.000 Euro
  • Jahr 20: 20.000 Euro
  • Jahr 30: 25.000 Euro

Nach 20 Jahren hätte sich das Startkapital verdoppelt. Im Vergleich zum Sparbuch ist das ein großartiges Ergebnis. Hier hätten Sie mit knapp 2.000 Euro Zinsen rechnen können. Wie sieht die Rechnung mit der Dividendenstrategie und ihren Zinseszinsen aus?

Geldanlage mit Zinseszinsen:

  • Jahr 1: 10.500 Euro
  • Jahr 5: 12.762,82 Euro
  • Jahr 10: 16.288,95 Euro
  • Jahr 20: 26.532,98 Euro
  • Jahr 30: 43.219,42 Euro

Das Ergebnis spricht klar für die Dividendenstrategie. Vor allem bei langen Zeiträumen von über 20 Jahren ergeben sich enorme Unterschiede. Im oberen Beispiel sind es nach 30 Jahren über 18.000 Euro. Selbst nach 10 Jahren hätten Sie circa 1.300 Euro mehr auf dem Depotkonto. Die Berechnung enthält keine Aktienkurse. Natürlich kann das Wertpapier einen Wertzuwachs erzielen. So profitiert der Anleger in doppelter Hinsicht vom Zinseszinseffekt.

Wie wähle ich meine Aktien aus?

Für die Umsetzung meiner Dividendenstrategie braucht es die richtigen Unternehmen. Ein wichtiger Faktor ist die Stärke einer Firma. Damit meine ich, wie gut sie für die Zukunft aufgestellt ist. Da ich langfristig orientiert bin, muss es die Aktiengesellschaft auch noch in 30 Jahren geben.

Die Burggraben-Strategie von Warren Buffett hat sich als profitabel erwiesen. Sie hat ihm den Spitznamen „Orakel von Omaha“ eingebracht. Der Börsenguru setzt auf Unternehmen mit einem von ihm so genannten Burggraben. Stellen Sie sich eine Ritterburg aus dem Mittelalter vor. Sie ist von Türmen umringt und wird von Soldaten bewacht. Ausschlaggebend ist jedoch ein tiefer Burggraben. Um ihn zu überwinden, muss der Feind sehr viele Truppen mobilisieren. So verhält es sich auch bei feindlichen Unternehmen: Boeing verfügt über das technische Know-how zur Herstellung von Flugzeugen. Ein neuer Konkurrent müsste ein Milliardenvermögen investieren. Selbst dann würde es am guten Namen fehlen, den sich Boeing über die Jahre aufgebaut hat.

Aktientipp: Suchen Sie nach Unternehmen mit einem Burggraben. Das kann eine Technologie (Boeing) oder auch nur die hohe Bekanntheit und das geheime Rezept einer Marke (Coca-Cola) sein.

Denken Sie an einen Lebensmittel-Discounter wie Walmart. Der US-amerikanische Einzelhandelskonzern beherrscht einen Großteil seines Heimatmarktes. Ein Konkurrent könnte ohne Probleme einen neuen Supermarkt eröffnen. Lidl hat eine solche Offensive für 2017 geplant. Die Einstiegsbarriere für andere Firmen ist sehr gering. Sogar Sie könnten einen Tante-Emma-Laden starten. Erkennen Sie den Unterschied zu Boeing?

Ein weiterer Punkt ist die Markenbekanntheit. Es gibt viele Softdrinks, aber nur eine „echte“ Coca-Cola. Häufig steht Burggraben-Unternehmen viel Geld zur Verfügung. Droht ernsthaft Gefahr, können Sie den Konkurrenten aufkaufen und sonstige Maßnahmen einleiten. Eine kleine Info für Buffett-Fans: Februar 2017 war der Börsenguru in Aktien wie American Express, Apple, Coca-Cola, IBM oder Kraft Heinz (Ketchup) investiert.

Verlässliche Dividendenaktien

Sie haben eine Liste mit 20 Unternehmen erstellt. Das ist der erste Schritt für meine Dividendenstrategie. Nun müssen Sie eine Auswahl treffen. Welche Aktien kommen tatsächlich in das Depot? Die Höhe der Dividende spielt eine tragende Rolle. Es sollten über 2,0 % sein. Im Optimalfall wird die Ausschüttung seit über 10 Jahren ohne Unterbrechung geleistet. York Water erfreut seine Anleger seit 1816 an einer Gewinnbeteiligung – das sind mehr als 200 Jahre. Manche Firmen zahlen erst seit wenigen Jahren eine Dividende. Kurzfristig ist das eine nette Spekulation, aber die Dividendenstrategie zielt auf einen langfristigen Zeitraum ab.

Checkliste zur Aktienauswahl:

  • Dividende seit 10 Jahren oder länger
  • konstante Höhe
  • mindestens 2,0 %
  • keine Streichungen
  • regelmäßige Erhöhung ist positiv
  • seriöses Burggraben-Unternehmen

Eine hohe Dividende ist kein Qualitätsmerkmal. Vor allem kleine Firmen versuchen, Anleger mit ihren Ausschüttungen zu beeindrucken. Es sind 8 % oder mehr pro Jahr möglich. Auf den ersten Blick hört sich das nach einer soliden Firma an. „Die AG kann sich 9,4 % leisten – die Geschäfte müssen super laufen!“ Das ist ein Trugschluss, da die Dividende der Werbung dient. So sollen neue Anleger gewonnen werden. Kaufen Sie eine Aktie niemals nur wegen ihrer Dividende. Die fundamentalen Werte (Gewinn, Schulden, Umsatz) müssen positiv sein. Manche Firmen leisten monatliche Zahlungen. Das bietet dem Anleger eine gewisse Sicherheit, ist aber simples Marketing. Für Sie macht es grundsätzlich erst mal keinen Unterschied, ob es alle drei Monate oder einmal jährlich eine Dividende gibt.

Die Qualität eines Unternehmens steht immer im Vordergrund. Erst dann folgt die Höhe der Ausschüttungen. Die beste Dividende der Welt nützt nichts, wenn der Aktienkurs über 60 % einbricht. Doch es existieren Ausnahmen: Einige Unternehmen wie CenturyLink oder Shell schütten über 6,5 % pro Jahr aus. Von einem blinden Spontankauf rate ich ab, da sich die Dividende jederzeit ändern kann. Informieren Sie sich sorgfältig über die Firma und erstellen Sie eine eigene Analyse. Dafür können Sie sich näher zur Burggraben-Strategie einlesen.

ETFs: Alternative zur Aktienauswahl

Nicht jeder Anleger kennt sich mit Bilanzen aus. Einige möchten einfach nur den niedrigen Bankzinsen entfliehen. Wenn ich ein neues Auto kaufe, will ich ja schließlich auch nicht gleich Maschinenbau studieren. Ich will mich einfach in den Wagen setzen und losfahren. Die Dividendenstrategie beruht auf Aktien. Daran führt kein Weg vorbei. Setzen Sie nur auf ein Unternehmen, gehen Sie ein hohes Risiko ein. Die Firma kann sich schlechter als erwartet entwickeln. Ein Skandal wie die Diesel-Affäre von Volkswagen (2015) kommt unerwartet. Leider fallen die Verluste immens aus. Nicht selten wird die Dividende in so einem Fall gestrichen.

Ich möchte Ihnen keine Angst machen, sondern eine sinnvolle Alternative aufzeigen. Mit Exchange-Traded Funds können Sie das Risiko deutlich senken. ETFs sind auf Finanzprodukte wie Indizes, Rohstoffe oder Währungen erhältlich. In Deutschland gelten diese Indexfonds auf den DAX als seriöse Geldanlage. Der Deutsche Aktienindex setzt sich aus 30 Unternehmen verschiedener Branchen zusammen. Was hat das mit der Dividendenstrategie zu tun? 2017 dürften die DAX-Konzerne eine Summe von 31,3 Milliarden Euro ausschütten. Das spricht eindeutig für die Qualität dieser Firmen.

In diesem Index befinden sich bekannte deutsche Größen wie Adidas, BMW oder Siemens. Die Auswahl geschieht anhand der Börsenstärke (Höhe der Umsätze) und der Marktkapitalisierung (Wert aller Aktien). Einmal im Jahr werden von der Deutschen Börse die Auf- und Absteiger ermittelt. Verliert eine Firma an Börsenumsätzen, droht ihr der Gang in die zweite Liga. Das wäre der MDAX (Mittelstand) oder der TecDAX (Technologie). Als Anleger profitieren Sie von diesem Prinzip, das an die Fußball-Bundesliga erinnert. Bei einer schlechten Entwicklung fliegt die Aktie aus dem DAX heraus. Das geschieht automatisch und Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Hätten Sie die Dividendenstrategie auf eine Einzelaktie ausgelegt, müssten Sie einmal pro Woche nach neuen Nachrichten suchen.

Ein ETF bildet einen Index 1:1 nach. Ich muss erwähnen, dass der DAX ein sogenannter Performance-Index ist. Die Ausschüttungen, also die Dividenden sind in dessen Kurs enthalten. Bei einem thesaurierenden ETF werden die Dividenden direkt wieder angelegt. Im Gegensatz dazu überweist ein ausschüttender Fonds die Gewinnbeteiligung auf das Depotkonto. Für den Zinseszinseffekt müssten Sie direkt einen neuen ETF kaufen. Am Ende vergessen Sie das Geld wieder anzulegen. Daher würde ich persönlich lieber auf ein thesaurierendes Anlageprodukt setzen.

Zum Verständnis: Auf den „normalen“ DAX, wie Sie ihn aus dem Fernsehen kennen, gibt es keine ausschüttenden ETFs. Doch die DAX-Familie besteht noch aus weiteren Indizes wie den DAX-Kursindex. Dieser Index wird ohne Dividenden berechnet. Bei einem ETF auf den Kursindex erhalten Sie die Ausschüttungen auf Ihr Konto gutgeschrieben. Ein weiteres Mitglied der Familie ist der DivDAX (DividendenDAX). Hier sind die 15 besten Dividendenzahler des Deutschen Aktienindex enthalten. Indexfonds auf diesen DAX schütten ebenfalls regelmäßig aus. Wer sich für seine Dividendenstrategie laufende Auszahlungen wünscht, sollte sich diese Indizes näher ansehen.

Die historische DAX-Rendite beträgt circa 8,5 % pro Jahr. Das ist ein Durchschnitt. Ein Jahr können es 17 % sein, das andere 0 %. Verluste sind ebenfalls möglich, unter dem Strich zählt die langfristige Rendite.

Sind ETFs besser als Einzelaktien?

Mit Aktien lassen sich hohe Gewinne erzielen. Diese Profite bezahlen Sie mit einem gewissen Risiko. Ein Index wie der DAX hat sich in Krisenphasen bewährt. 2017 markierte er mit über 12.800 Punkten ein neues Allzeithoch. Das ist eine beachtliche Rendite. Die Dividendenstrategie lässt sich problemlos mit einem thesaurierenden ETF umsetzen. Außerdem hält sich der Zeitaufwand in Grenzen. Theoretisch können Sie einen Sparplan auf 20-30 Jahre einrichten. Danach würde ein Blick auf die Endsumme genügen.

Bei Aktien müssen Sie die wöchentlichen Nachrichten verfolgen. Was machen Sie bei einer Gewinnwarnung? Verkaufen oder abwarten, bis sich die Lage beruhigt hat?

Solche Fragen kann ich mir mit Indexfonds sparen. Ein Verlust wird durch die anderen Werte ausgeglichen. Daher bevorzuge ich ETFs im Vergleich zu Einzelaktien. Die Dividendenstrategie lässt sich auch mit Aktien umsetzen. Doch Sie sollten sich ausgiebig zur Aktienauswahl informieren. Hier machen Anfänger die meisten Fehler. Indexfonds sind weniger aufwendige und einfachere Anlageprodukte.

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